Die Wurzeln von St. Kilian’s
Die „Rette Deutsche Kinder Gesellschaft“ wurde am 16. Oktober 1945 in Dublin
gegründet.
Die Ziele der Gesellschaft waren:
- für Waisenkinder, obdachlose und hungernde Kinder aus Deutschland ein Zuhause
in Irland zu finden und
- Geld für leidende deutsche Kinder in Deutschland zu sammeln, im Fall, dass es
unmöglich ist, diese nach Irland zu bringen.
Im Juli 1946 kam die erste Gruppe von 88 deutschen Kindern in Irland an. Man
nimmt an, dass ab Juli 1946 mehr als 400 deutsche Kinder in irischen Familien
lebten und dort drei sichere und behütete Jahre verbrachten. Am Ende dieser drei
Jahre entschieden sich rund 50 Kinder, bei ihren Pflegeeltern zu bleiben.
1952
Die Geschichte von St. Kilian’s nimmt im Herbst 1952 ihren Lauf. Damals
organisierte die „Rette Deutsche Kinder Gesellschaft“ Deutschunterricht für
deutsche Kinder in irischen Familien, da schon viele ihre Muttersprache verlernt
hatten.
Auf dem Gelände der Deutsch-Irischen Gesellschaft in 44 Leeson Park, Dublin 6
wurden ca. 20 Kinder im Alter von 10-16 Jahren viermal wöchentlich (drei
Nachmittage und einen Sonntagmorgen) von dem Akademiker Erhard Rumpf aus
Heidelberg unterrichtet. Unter diesen Schülern befanden sich auch Kinder
deutscher Familien aus Dublin.
1954
Im September 1954 wurde St. Kilian’s auf Initiative von Dr. Hermann
Katzenberger, dem ersten delegierten Nachkriegsministers der Bundesrepublik (die
deutsche Botschaft wurde erst 1959 gegründet), seinem Kulturattaché Dr. A. Kolb
und rund 15 Mitgliedern der Deutsch-Irischen Gesellschaft ins Leben gerufen.
Karl Sporncraft war der erste Schulleiter (1954-57).
St. Kilian’s Preparatory School war eine Ganztagsschule und wurde nach St.
Kilian, einem berühmten irischen Heiligen, der sich für die Verbreitung des
Christentums in Europa einsetzte, benannt.
Unter den Gründungsmitgliedern waren Josef Paffrath, Helmut Clissmann, Heinrich
Petrie, Dr. O’Sullivan (Präsident der Deutsch-Irischen Gesellschaft) und Ernst
Geisler. Zwischen 1954 und 1957 wurde die Grundschule mit vier Klassen mit je
zehn Schülern aufgebaut.
1957
Ein entscheidender Schritt fand 1957 mit dem Erwerb des St. Brigid’s House auf
einem vier Hektar großen Grundstück in der Stillorgan Road 15, Dublin 4 statt
(Kaufpreis £13.000). Am 22.07.1957 wurde der „Deutsche Schulverein Ltd.“ als
Firma eingetragen. Das Grundstück wurde mit Geldern der Bundesrepublik
Deutschland finanziert.
Der deutsche Hersteller Josef Paffrath war der erste Schulpräsident (1954-1962).
Joseph Schielein (1957-1959) wurde der neue Schulleiter.
1959-1964
Die Schule wuchs sehr schnell, so dass 1959/60 über eine Sekundarstufe
nachgedacht wurde. Damals hatte St. Kilian’s sechs Klassen mit insgesamt 60
Schülern. Die Idee, die Schule um eine Sekundarstufe zu erweitern, wurde von den
deutschen Behörden unterstützt. Sie schickten den Sekundarschullehrer Erich
Moser nach Dublin, der von 1959 bis 1961 die Schule leitete.
Die Umsetzung der Planung misslang jedoch zu diesem Zeitpunkt, da der katholische
Erzbischof Einwände hatte. So musste die Schule ab 1963 wieder auf sechs
Klassenstufen reduziert werden, nachdem sie sich schon bis zur achten Klasse
entwickelt hatte.
St. Kilian’s war von Beginn an eine gemischte Schule und schon zu einem frühen
Zeitpunkt wurde der ökumenische Geist bewiesen, indem man sowohl protestantische
als auch katholische deutsche Kinder aufnahm.
1965
Im Jahr 1965 erreichte Dr. Clancy mit der katholischen Kirche eine befriedigende
Lösung der Probleme.
1968
Der deutsche Bundespräsident Heinrich Lübke und seine Frau besuchten die Schule.
1972
Nach vielen Jahren des Wartens und Planens brach eine neue Phase für die
Erweiterung der Schule an.
Die nächste und zweifellos wichtigste Entscheidung wurde 1972 mit dem Kauf eines
neuen neun Hektar großen Grundstücks in der Roebuck Road getroffen. Im September
1972 genehmigte das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland den Erwerb des
Grundstücks und eine provisorische Schule wurde geplant. Das letzte Ziel war der
Bau eines richtigen Schulgebäudes in absehbarer Zukunft.
1973
Die Errichtung von sieben neuen Containerkonstruktionen begann im April 1973.
1974
Der Umzug in die Roebuck Road war ebenfalls der Beginn für die Sekundarschule.
Ein Brief des Bildungsministeriums vom 22.04.74 genehmigte den Schülern, ihr
„Leaving Certificate“ fortzusetzen.
Im November eröffnete der deutsche Botschafter Dr. Fechter offiziell die Schule.
1975-76
1976 wurde die Schulbibliothek gegründet. Heute sind rund 600 Publikationen in
englischer Sprache und mehr als 200 deutsche Bücher, die von der deutschen
Regierung in den vergangen Jahren gespendet wurden, erhältlich.
1976/77
Das irische Bildungsministerium erkannte die Sekundarschule von St. Kilian’s an.
Das letzte Gebäude der Schule, ein Block mit zwei Klassenräumen, wurde fertig
gestellt.
Zum ersten Mal nahm St. Kilian’s am Deutschen Sprachdiplom Stufe I teil.
1977/1978
Die Schüler ab der 5. Klasse wurden dazu aufgefordert, einen Klassensprecher und
einen Stellvertreter zu wählen. Die Schülervertreter bildeten dann den
Schülerrat, der am 10. Oktober zum ersten Mal tagte.
1978/79
Im Juni 1978 legte die erste Generation von St. Kilian’s Schülern, 12 an der
Zahl, das „Leaving Certificate“ ab. Wir feierten unser 25-jähriges Jubiläum.
1979/80
Am 28. März 1979 wurde die Hälfte des Blocks der Sekundarschule durch ein Feuer
zerstört. Jeder half bei den Aufräumarbeiten mit und schon nach zehn Tagen
wurden die neuen Klassenräume errichtet. Nicht eine Unterrichtsstunde ist
ausgefallen.
1980/81
Der Besuch des deutschen Bundespräsidenten Prof. Karl Carstens war zweifellos
der Höhepunkt des Schuljahres. Das war jedoch nicht der erste Präsidentenbesuch
an St. Kilian’s. Am 17. September 1968 kamen Heinrich Lübke und seine Frau nach
Dublin.
1985/86
Am 27. Juni 1986 erhielt St. Kilian’s vom irischen Bildungsministerium die
Erlaubnis, im folgenden Schuljahr das Orientierungsjahr einzuführen.
1986/87
Am 8. Oktober 1986 eröffnete die neue Schule ihre Türen. Dies war der Beginn
einer neuen Ära für St. Kilian’s.
1988/89
Der Oberbürgermeister von Dublin, Ben Briscoe, besuchte den Weihnachtsbasar der
Schule.
Die deutsche Regierung zeichnete die Verwaltungsleiterin von St. Kilian’s, Erna
Lowe, mit dem Bundesverdienstkreuz aus.
1989/90
An St. Kilian’s lernten so viele Schüler, so dass es von nun an Parallelklassen
gab.
Das Deutsche Sprachdiplom (Stufe II) wurde eingeführt.
1990/91
Man entschied sich, die deutsch- und englischsprachigen Schüler der 1. bis 4.
Klasse getrennt zu unterrichten, um eine solide Grundlage für beide Sprachen zu
legen.
Zum ersten Mal traf sich die Gruppe „Freunde von St. Kilian’s“.
1992/1993
In der Grundschule erweiterte man den getrennten Unterricht für englische und
deutsche Muttersprachler bis zur 6. Klasse. Alle Schüler der 10. und 12. Klasse
mussten das Sprachdiplom (Stufe I und II) ablegen.
Die wachsende Schülerzahl erwies sich erneut als ein Problem.
1993/94
Auf die finanzielle Unterstützung aus Deutschland für den Bau neuer Klassenräume
war nicht zu hoffen. Deshalb gründete der Schulrat die „Initiative 94“, ein
Spendenkomitee, das von der deutschen Botschaft und irischen und deutschen
Geschäftsleuten unterstützt wurde. Die Mehrheit der Eltern verpflichteten sich,
sich über einen Zeitraum von drei Jahren an den Kosten für den Bau von neuen
Klassenräumen zu beteiligen.
1994/95
Die Schule konnte mit Hilfe der finanziellen Unterstützung der Eltern um vier
neue Klassenräume erweitert werden. Jetzt hatte jede Klasse ihren eigenen
Klassenraum.
An St. Kilian’s gab es ein sehr aktives Schulleben mit reger Beteiligung an
Schulveranstaltungen wie dem St. Martins Tag, dem Weihnachtsbasar, dem
Sommerfest, an Elternabenden, u.s.w.
Der „Prize Giving Day“ wurde eingeführt, um die Schüler für ihr schulisches,
soziales und sportliches Engagement auszuzeichnen.
1995/96
Um Schülern mit Lernschwierigkeiten zu helfen, stellte St. Kilian’s in der
Grundschule einen Nachhilfelehrer auf Teilzeitbasis ein.
1998/99
Sandra Gibson wurde stellvertretende Schulleiterin.
1999/2000
Rolf Fenner wurde zum Schulleiter ernannt.
2001/2002
Das Lycée Français d’Irlande zog in provisorische Gebäude auf den Campus von St.
Kilian’s. Damit begann die Zusammenarbeit beider Schulen, die am Ende zu einem
Eurocampus führen könnte.
2002/2004
Die Schule konnte durch neun neue Klassenräume erweitert werden.
Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der St. Kilian’s Deutschen Schule besuchte
am 4. Oktober die irische Präsidentin Mary McAleese die Schule.
2005
Im Juni 2005 schloss St. Kilian's mit dem Lycée Francais d'Irlande eine
Übereinkunft, nach der die Schüler der Sekundarstufe I (Klassen 7-9) in Zukunft
gemeinsam unterrichtet werden. Beide Gruppen werden die irische
Junior-Certificate-Prüfung nach dem 9. Schuljahr ablegen, und ab 2008 können die
Schüler, die auch das französische Diplôme National de Brevet (DNB) erwerben,
zwischen dem irischen Leaving-Certificate-Kurs und dem französischen
Baccalauréat-Kurs wählen.
2006
Am 29. Mai 2006 besuchte die Ministerin für Bildung und Wissenschaft, Mary Hanafin, die Deutsche Schule Dublin, um den bilateralen Vertrag über das Bilinguale Leaving Certificate zu unterzeichnen. Der deutsche Botschafter, Christian Pauls, unterzeichnete für die deutsche Regierung. Die bilinguale Option steht Schüler/innen offen, die diesen Sommer in die Sekundarstufe II (Klassen 11 und 12) einsteigen.